X

SIMEP 2026 im Landtag Brandenburg

SIMEP 2026 im Landtag Brandenburg

Europa erleben, Demokratie gestalten

89 Schüler:innen, zwei Tage voller parlamentarischer Debatten und eine gemeinsame Entscheidung über die Zukunft der europäischen Klimapolitik: Am 29. und 30. Oktober 2026 fand die 26. Simulation des Europäischen Parlaments (SIMEP) im Landtag Brandenburg statt. Unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsidentin Frau Prof. Dr. Ulrike Liedtke, die die Teilnehmenden mit einer Videobotschaft begrüßte, wurde das Potsdamer Stadtschloss für zwei Tage zum Schauplatz europäischer Politik.Seit 1999 ermöglichen wir mit der SIMEP jungen Menschen aus ganz Deutschland, europäische Politik nicht nur kennenzulernen, sondern selbst zu erleben.

Den feierlichen Auftakt bildete ein Gespräch mit Herrn Sebastian Hille, dem stellvertretenden Sprecher der Bundesregierung. Die Schüler:innen nutzten die Gelegenheit, mit ihm über aktuelle europapolitische Herausforderungen und die Rolle Deutschlands in der EU zu diskutieren. Anschließend begann die parlamentarische Arbeit: In den Rollen von Europaabgeordneten beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Reform des Europäischen Emissionshandelssystems. Dabei standen anspruchsvolle Fragen im Mittelpunkt: Wie lassen sich ambitionierte Klimaziele, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und soziale Gerechtigkeit miteinander vereinbaren? Welche Auswirkungen hat die CO₂-Bepreisung auf Unternehmen und private Haushalte? In Ländergruppen, Fraktionen und Ausschüssen entwickelten die Jugendlichen Positionen, verhandelten Änderungsanträge und suchten nach tragfähigen Kompromissen.

Eine besondere Bereicherung war der unmittelbare Austausch mit Vertreter:innen  aus Politik und Wissenschaft. In den Fraktionssitzungen standen Martin Günther (Die Linke, MdEP), Erik Marquardt (Bündnis 90/Die Grünen, MdEP), Martin Hoeck (FDP, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Eberswalde), Ruppert Stüwe (SPD, MdB) und Julian Brüning (CDU, MdL Brandenburg) für Gespräche zur Verfügung. Ergänzt wurden die politischen Perspektiven durch wissenschaftliche Expertise von Prof. Dr. Tanja A. Börzel (Professorin für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin) und Dr. Tobias Haas (Senior-Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit, RIFS, in Potsdam). Die Begegnungen boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, unterschiedliche Standpunkte kennenzulernen, Positionen kritisch zu hinterfragen und ihre Fragen unmittelbar an Menschen zu richten, die politische Entscheidungen treffen oder wissenschaftlich begleiten.

Besonders lebhaft wurde es am zweiten Veranstaltungstag: Nach intensiven Beratungen in den Ausschüssen kamen die Teilnehmenden zur abschließenden Plenarsitzung zusammen. Es wurde leidenschaftlich argumentiert, über Änderungsanträge abgestimmt und um Mehrheiten gerungen. Dabei zeigte sich, dass parlamentarische Entscheidungen nicht immer entlang fester Fraktionsgrenzen verlaufen und dass Demokratie manchmal auch einen Hammelsprung erfordert. Am Ende verabschiedete das simulierte Europäische Parlament seine Richtlinienvorlage mit breiter Mehrheit. Für uns war dies ein eindrucksvoller Abschluss zweier Tage, an denen die Jugendlichen selbst erfahren konnten, wie anspruchsvoll demokratische Entscheidungsprozesse sind und welche Bedeutung Verständigung und Kompromissbereitschaft dabei haben.

Dass wir die SIMEP 2026 in dieser Form ermöglichen konnten, verdanken wir der engagierten Unterstützung vieler Menschen und Institutionen. Unser herzlicher Dank gilt Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke für die Übernahme der Schirmherrschaft sowie allen Mitarbeitenden der Landtagsverwaltung Brandenburg für die außergewöhnlich engagierte, professionelle und entgegenkommende Zusammenarbeit. Ebenso danken wir dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung für die Förderung der Veranstaltung, Sebastian Hille für den bereichernden Austausch sowie sämtlichen Gästen aus Politik und Wissenschaft für ihre Zeit und ihr Engagement. Ein ganz besonderer Dank gilt unserer Projektkoordinatorin Pauline Fritz und dem gesamten ehrenamtlichen Team der JEF Berlin-Brandenburg, das mit großem Einsatz und viel Herzblut über viele Monate hinweg an der Vorbereitung und Durchführung gearbeitet hat. Vor allem aber danken wir den Schülerinnen und Schülern für ihre Neugier, ihre Diskussionsfreude und ihren Einsatz sowie den begleitenden Lehrkräften, die ihre Teilnahme ermöglicht und unterstützt haben.

Wir blicken voller Dankbarkeit auf zwei intensive und bereichernde Tage zurück. Die SIMEP 2026 hat einmal mehr gezeigt, welches Potenzial politische Bildungsarbeit entfalten kann, wenn junge Menschen die Gelegenheit erhalten, parlamentarische Demokratie selbst zu gestalten. Diese Erfahrungen und Begegnungen bestärken uns darin, die über 25-jährige Tradition der SIMEP auch in Zukunft fortzuführen.

Die SIMEP 2026 in den Medien: Auch der rbb hat unsere Veranstaltung begleitet und in der Sendung rbb24 BRANDENBURG vom 30. Oktober darüber berichtet (ab Minute 3:15). Weitere Einblicke bieten die Berichte der Bundesregierung und des Landtags Brandenburg.

rbb24 BRANDENBURG – Fernsehbeitrag ab Minute 3:15

Bundesregierung – Junge Menschen debattieren Europas Zukunft

Landtag Brandenburg – Jugendliche beraten im Landtag wie Europa-Abgeordnete