
Deutsch-Polnische SIMEP 2026
Junge Europäer:innen debattieren über soziale Medien
Am 28. Mai 2026 wurde Słubice erneut zum europäischen Debattenraum: Bei der deutsch-polnischen Simulation einer Sitzung des Europäischen Parlaments (SIMEP) diskutierten rund 60 Schüler aus Deutschland und Polen über eines der drängendsten politischen Themen unserer Zeit – die Regulierung sozialer Medien in der Europäischen Union.
Gemeinsam mit dem Kooperationszentrum Frankfurt (Oder)–Słubice durften wir als JEF Berlin-Brandenburg die Veranstaltung erneut inhaltlich begleiten und gestalten. Unser ehrenamtliches Team entwickelte die parlamentarischen Abläufe, erarbeitete Simulationsunterlagen und begleitete die Teilnehmenden durch den gesamten Sitzungstag.
Zwischen Algorithmen, Desinformation und europäischer Gesetzgebung
Im Mittelpunkt der diesjährigen SIMEP stand eine fiktive europäische Verordnung zur Regulierung sozialer Medien. Die Teilnehmenden schlüpften in die Rolle von Abgeordneten des Europäischen Parlaments und durchliefen den Gesetzgebungsprozess von der Fraktionssitzung über die Ausschussarbeit bis hin zur abschließenden Plenardebatte.
Diskutiert wurden unter anderem Fragen der algorithmischen Transparenz, der Umgang mit Desinformation, die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte sowie der Schutz Minderjähriger im digitalen Raum. In Fraktionen und Ausschüssen wurden Änderungsanträge ausgearbeitet, Kompromisse verhandelt und politische Mehrheiten organisiert.
Dabei zeigte sich schnell: Europäische Politik bedeutet nicht nur Positionen zu vertreten, sondern auch zuzuhören, Bündnisse zu schmieden und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.







Europäische Demokratie über Grenzen hinweg erleben
Die parlamentarische Arbeit war geprägt von intensiven Debatten, spontanen Koalitionen und kontroversen Abstimmungen – ganz wie im echten Europäischen Parlament. Besonders intensiv wurde über die Offenlegung von Empfehlungsalgorithmen und mögliche Nutzungsbeschränkungen für Minderjährige diskutiert.
Unterstützt wurde die Simulation durch professionelle Simultandolmetscher, die einen durchgehenden deutsch-polnischen Austausch ermöglichten und so europäische Zusammenarbeit unmittelbar erfahrbar machten. Viele Teilnehmende konnten erleben, wie politische Verständigung auch über Sprachgrenzen hinweg gelingt.
Bereits die Eröffnung unterstrich den europäischen Charakter der Veranstaltung: In einer Videobotschaft richtete sich Judit Herzegfalvi, Leiterin des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments in Deutschland, an die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung grenzüberschreitender Jugendpartizipation. Zudem besuchte Bartlomiej Balcerzyk vom Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Polen (Wrocław) die Veranstaltung und diskutierte mit den Jugendlichen über aktuelle Herausforderungen der Europäischen Union.
Europa entsteht im Dialog
Die deutsch-polnische SIMEP 2026 hat erneut gezeigt, wie wichtig Räume für politische Bildung und europäische Jugendbeteiligung sind. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung und digitaler Informationsflut brauchen junge Menschen Möglichkeiten, demokratische Prozesse selbst zu erleben und aktiv mitzugestalten.
Unser besonderer Dank gilt allen Teilnehmenden, Partnerorganisationen, Förderern und Ehrenamtlichen, die diese Veranstaltung ermöglicht haben. Besonders bedanken möchten wir uns beim Kooperationszentrum Frankfurt (Oder)–Słubice und insbesondere bei Marta Rusek für die engagierte organisatorische Leitung.
Wir freuen uns bereits auf kommende gemeinsame europäische Projekte – und auf die nächste deutsch-polnische SIMEP.